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Klassiker: Even Teistung über W. G. Sebald (Norwegisch)

  • Sal: Kverneland Litteraturhuset i Oslo (map)

Eine Frage zur Geschichte - Über W.G. Sebald

Was bedeutet es, Geschichte zu schreiben? Diese Frage steht im Zentrum von W.G. Sebalds Schreiben.

Die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert ist geprägt von Aufstiegen und Abstürzen, von kontinuierlichen Grenzen und Umverteilungen von Land, von Macht und von Identität. Für den jungen Sebald, der im letzten Kriegsjahr geboren wurde, führte die Erkenntnis der Gräueltaten und die stillschweigende Zustimmung der deutschen Gesellschaft nicht von den Traumata zu sprechen dazu, sein Verhältnis zu seiner Identität und dem Land in dem er aufwuchs zu dominieren.

Was macht die Geschichten, die uns umgeben, aus? Was ist verloren gegangen? Wie können wir uns an eine Zeit erinnern, die in Vergessenheit gerät?

Auch im heutigen politischen Klima ist Sebalds Problematisierung des gesellschaftlichen Verständnisses der Geschichte relevant. Besonders durch multimediale Realität, die für die ständige Ausdehnung und Auslöschung des Wahrheitsbegriffs sorgt, und Manipulation des historischen Schreibens ermöglicht, wird ein kritischer Blick auf das Zeitgenössische und dessen Schreibweise benötigt. In Sebalds Büchern werden diese Fragen immer wieder aufgegriffen: Wie entsteht Geschichte? Was bestimmt die Gegenwart? Was ist mit den unerzählten, vergessenen Geschichten? Und wie gehen wir damit um?

Vortragender:

Sprache: Norwegisch

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